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Aus- und Fortbildung in Erster Hilfe

[(c): Uwe Köppen]

In Anlehnung an die UVV "Grundsätze der Prävention" (DGUV Vorschrift 1) haben Unternehmer dafür zu sorgen, dass eine bestimmte Zahl von ausgebildeten Ersthelfern in ihrem Betrieb zur Verfügung steht (§ 26 Abs. 1). Diese müssen in Abständen von 2 Jahren eine Erste-Hilfe-Fortbildung absolvieren (§ 26 Abs. 3). Die Lehrgangsgebühren für die Aus- bzw. Fortbildung von Ersthelfern, in dem jeweils erforderlichen Umfang, übernimmt die Unfallkasse Sachsen-Anhalt für alle ihre Mitgliedsunternehmen (§ 23 Abs. 2 SGB VII).

Verfahren - Ablauf

Die Aus- bzw. Fortbildung in Erster Hilfe für Versicherte der Unfallkasse Sachsen-Anhalt kann durch eine dazu ermächtigte Stelle erfolgen (Anbieter für die Aus- und Fortbildung in Erster Hilfe). Welche das in Sachsen-Anhalt sind, darüber kann sich auf den Internetseiten des Fachbereichs Erste Hilfe der DGUV informiert werden.

Vor Absolvierung einer Aus- oder Fortbildung in Erster Hilfe ist ein schriftlicher Antrag an die Unfallkasse mit folgenden Angaben notwendig:

  • Name des Unternehmens / der Einrichtung
  • Ansprechpartner (mit Tel.-Nr., E-Mail)
  • wie viel Mitarbeiter von welcher Betriebsstätte (z. B. Bauhof, Kita, Schule, Verwaltung usw.) sollen die Ausbildung bzw. Fortbildung absolvieren
  • für welches Jahr ist die Aus-/Fortbildung geplant

Seit der Revision der Ersten Hilfe zum 01. April 2015 gibt es neben der Aus- und Fortbildung zu betrieblichen Ersthelfern zusätzlich die Schulung für Ersthelfer in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder. Zur Antragstellung wird folgender Vordruck angeboten:

 

Die Unfallkasse erteilt daraufhin eine schriftliche Kostenübernahmezusage. Nur dann kann mit einer dazu ermächtigten Stelle (Anbieter für die Aus- und Fortbildung in erster Hilfer) der Termin für die Aus-/Fortbildung abgestimmt werden. Ohne diese schriftliche Kostenzusage werden keine Fort- und Ausbildungskosten übernommen bzw. die Rechnung zurückgewiesen.

Der Rechnungslegung der ausbildenden Stelle an die Unfallkasse ist jeweils eine Teilnahmebestätigung der Teilnehmer des Aus- bzw. Fortbildungslehrgangs beizufügen. Der entsprechende Vordruck (s. Tabelle am Ende) kann auch für die Anmeldung der Teilnehmer beim Anbieter im Rahmen der Terminabsprache genutzt werden. 

 Erzieher/innen aus Einrichtungen nichtkommunaler Trägerschaft

Bei Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft gilt ab 2016 eine neue Verfahrensweise. Die Träger bzw. die Leiter von Kindertagesstätten und Horten nichtkommunaler Trägerschaft (Mitgliedschaft bei bzw. Zuständigkeit von BGW oder VBG) müssen sich ab 2016 bzgl. der Beantragung der Kostenübernahme für Fortbildungen in Erster Hilfe generell erst einmal an die BGW bzw. die VBG wenden.

Erst wenn die Finanzierung der erforderlichen Fortbildungen von mindestens einem Ersthelfer pro Kindergruppe durch BGW oder VBG erfolgt bzw. mindestens beantragt ist, kann die Kostenübernahme darüber hinausgehenden Aus- und Fortbildungsbedarfs bei der Unfallkasse Sachsen-Anhalt schriftlich beantragt werden. Weitere Einzelheiten zur Verfahrensweise sind dem Artikel „Neue Regelung zur Finanzierung von Ersthelfern in Kindertagesstätten und Horten nichtkommunaler Trägerschaft“ im „Sicherheitsforum“ 4/2015 (S. 19) zu entnehmen. 
Für die Antragstellung wird folgender Vordruck angeboten:

  • Antrag auf Kostenübernahme für Kitas, Horte in nichtkommunaler Träger

 

Keine Kostenübernahme

Die Aus- und Fortbildungskosten in Erster Hilfe für

  • Schüler, Auszubildende, Berufsschüler, Studenten
  • Schwimmmeister und Schwimmmeistergehilfen (Ausnahme Fortbildung)
  • Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (Ein-Euro-Jobber) sowie für
  • Teilnehmer an Freiwilligendiensten wie FSJ, FÖJ und BFD

    sowie für
  • Kurse "Erste Hilfe für Säuglinge und Kleinkinder" und
  • Kurse "Erste Hilfe am Kind"
  • Kurse „Erste Hilfe Sofortmaßnahmen am Unfallort“ (für den Führerschein)

übernimmt die Unfallkasse Sachsen-Anhalt nicht. 

Gleiches (Erste-Hilfe-Ausbildung) gilt für Personen mit einem medizinischen Beruf des Gesundheitswesens. Das sind insbesondere Krankenschwestern, Krankenpfleger, Kinderkrankenschwestern, Kinderkrankenpfleger, Hebammen, Entbindungshelfer, Krankenpflegehelfer, Altenpfleger, Arzthelfer, Medizinische Bademeister, Physiotherapeuten, Pflegediensthelfer, Schwesternhelfer, etc.

Es gilt für die vorgenannten Personen auch für die Erste-Hilfe-Fortbildung, wenn sie weiterhin im Gesundheitsdienst oder der Wohlfahrtspflege tätig sind und dort regelmäßig Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen bzw. wenn sie an vergleichbaren Fortbildungsveranstaltungen regelmäßig teilnehmen. Approbierte Ärzte bzw. Zahnärzte können als aus- und fortgebildete Ersthelfer angesehen werden. 

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